Figuralchor

Musik und mehr... - immer gerne mit dem Figuralchor der Gedächtniskirche in Stuttgart
Donnerstag, 13. November 2025

Rhythmusverschiebungen sind bisweilen anregende musikalische Stilmittel. Eine typische, feinsinnige (und gerade auch wieder in Bachs Adventskantate BWV 62 in die Chorpartien des Eingangschors eingeflochten) ist die "Hemiole".

Gut und unterhaltsam erklärt wird sie hier:



Und dazu gleich ein sehr typisches instruktives Beispiel aus der aktuellen Probenarbeit, nämlich Buxtehude, Membra Jesu Nostri, Nr. 29 (Amen), hier etwa Takt 160 ff. in Alt, Tenor und Bass:





Dienstag, 4. November 2025

Am Sonntag, den 30.11.2025, 09.30 Uhr wurde zum Gottesdienst in der Gedächtniskirche die Bach-Kantate "Nun komm, der Heiden Heiland" (BWV 62) gegeben.

Hier geht's zur Kurzzusammenfassung via Wikipedia).

Von dieser Kantate gibt es viele Aufnahmen, darunter allerdings eine besondere: Nämlich diejenige der Gächinger Kantorei mit dem damaligen Bach-Kollegium Stuttgart unter Helmuth Rilling aus dem Jahr 1980 - aufgenommen in der Gedächtniskirche (!).

Es musizieren dabei - Sopran: Inga Nielsen; Alt: Helen Watts; Tenor: Aldo Baldin; Bass: Philippe Huttenlocher - das Bach-Colliegium: Bernhard Schmid (Cornett); Klaus Kärcher, Hedda Rothweiler (Oboen); Kurt Etzold (Fagott); Georg Egger (Violin); Gerhard Mantel (Continuo Cello); Thomas Lom (Double-bass); Hans-Joachim Erhard (Cembalo, Orgel)

Die Aufnahme erschien erstmals im April 1980 und wurde dann wiederholt nach jeweils etwa 10 Jahren bei hänssler CLASSIC neu aufgelegt; die "Erstauflage" ist z.B. hier zu hören (00:00' - 19:34' des Tracks, der Schlusschor startet bei 18:54'):


Eine Gesangspartitur für Digitalsänger - oder einfach um mitzulesen (oder zu -singen) gibt es hier bei imslp.org; wer Lust auf eine recht detaillierte Analyse hat, wird hier fündig (beide Dateien sind für diese Zwecke frei nutzbar; Herausgeber der Anmerkungen ist Melvin P. Unger).

Viele interessante Hintergründe zu dieser Kantate (z.B./u.a. die gesamten Texte in einer Übersicht der Sätze, oder auch die Erläuterung alter deutscher Textpassagen) sowie schließlich sogar den Mitschnitt eines ganzen "Workshops" dazu bietet zudem die Bach-Stiftung St. Gallen über diesen Link an, darunter diese aktuelle, klare Aufnahme eines Konzerts vom 15.12.2023 (Start bei 0:35' und Schlusschor bei 20:20').





„In den letzten Jahren hat sich eine gewisse Tradition gebildet: das offene Adventsingen im Hospitalhof an der Hospitalkirche in der Büchsenstraße. Es findet in der Adventszeit jeweils an Dienstagen statt, um 18 Uhr.

Interessierte Stuttgarter sind willkommen, im Rahmen einer kleinen, von Pfarrer July oder Pfarrerin Renninger abgehaltenen Andacht, bekannte Choräle und Adventslieder zu singen. Für die Begleitung sorgen dann Bläser und ein Chor.

Das Ganze nimmt etwa eine gute halbe Stunde in Anspruch, bzw. bleibt jedenfalls unter einer Stunde. Viele Besucher und auch Musiker gehen anschließend gerne auf den nah gelegenen Weihnachtsmarkt.“

So beschreibt Antonius van Hoof, der Leiter des Posaunenchors der Gedächtniskirche diese nette Tradition und freute sich, dass auch in diesem Jahr wieder und auch aus unseren Reihen Sängerinnen und Sänger zu dieser kleinen Adventsaktion im Hospitalhof am Dienstag, 16. Dezember 2025, ab 17.30 Uhr dazugestoßen sind.

Einige der Lieder, Texte und Hinweise sind hier nachzulesen:



(einfach auf das Bild oder diesen Link hier klicken)





Freitag, 24. Oktober 2025

Zum nächsten Projekt des Figuralchors gehört
die "Misa a Buenos Aires Misatango" von Martín Palmeri (Wikipedia), die

am 20.06.2026 (exakter Beginn und Ort ist derzeit noch offen), und
am 21.06.2026 (voraussichtlich 18.00 Uhr in der Gedächtniskirche Stuttgart)
zur Aufführung kommen wird.

Probenstart ist der 20.11.2025, zugleich idealer Einstiegstermin (Noten werden hier ausgegeben.)

Wir singen aus der Ausgabe von Tonos:

Eine einfache Einführung und dazu gleich der Messtext mit Übersetzung bietet dieses Programmheft aus dem Jahr 2012 des umtriebigen Solitude-Chores, der nicht weit von hier in Weilimdorf zu Hause ist.


Gleich zwei Mal wurde das Werk vom WDR-Rundfunkchor eingesungen und der jeweilige Live-Mitschnitt bereitgestellt, hier derjenige aus 2018:

00:07 - 1. Kyrie
07:40 - 2. Gloria
13:00 - 3. Credo
24:03 - 4. Sanctus
27:31 - 5. Benedictus
31:00 - 6. Agnus Dei

Dirigent ist Mariano Chiacchiarini, dazu spielt das Minguet Quartet, Victor Hugo Villena (Bandoneon), Detmar Kurig (Kontrabass), Martin Palmeri (Klavier). Solistin ist hier Marie-Luise Dreßen (Mezzosopran).

Diese Aufnahme ist auch ohne Abo und werbefrei hier über die ARD-Mediathek aufrufbar (bis 27.10.2026), damit allerdings nicht mit der zum Üben außerordentlich praktischen Möglichkeit, mit den Pfeiltasten der Tastatur schnell spulen zu können...


Die zweite Aufnahme ist der Mitschnitt eines Konzerts aus der Kölner Philharmonie vom 21.06.2025. Die Besetzung ist fast identisch, Solistin ist hier jedoch Agnes Lipka. Hier ist der Messe ein instrumentales Vorspiel, quasi eine Ouvertüre vorangestellt, zudem ist sie im eigentlichen Mess-Teil ca. 4 Minuten länger, die Sätze deutlich langsamer genommen (insbesondere das "Credo"). Hier kommt die direkte Ansteuerung der Sätze auch dieser Aufnahme zum Vergleich bzw. zur Auswahl:

00:00 - Instrumental
06:00 - I. Kyrie
13:45 - II. Gloria
19:16 - III. Credo
35:22 - IV. Sanctus
38:46 - V. Benedictus
42:10 - VI. Agnus Dei


Live allerdings am 20. und 21.06.2026 nur mit dem Figuralchor in Stuttgart!





Donnerstag, 23. Oktober 2025

auf Deutsch etwa: "Die Gliedmaßen unseres Herrn Jesu" ist ein Kantatenzyklus, den Dietrich Buxtehude 1680 als sein wohl größtes oratorisches Werk komponierte. In sieben Einzelkantaten werden Füße, Knie, Hände, Seite, Brust, Herz und Gesicht des gekreuzigten Jesus allegorisch gedeutet.


Eine kurze, gut verständliche und übersichtliche Beschreibung des Werkes findet sich hier bei Wikipedia.

Wer mehr darüber wissen möchte, wird im Vorwort der Partitur der Stuttgarter Buxtehude-Ausgabe von Carus fündig: Es gibt dort detailreiche weitergehende Informationen dazu, darunter, also an gleicher Stelle ab Seite X den kompletten Text mit Übersetzung (von Alexander Jost für den Verlag).

Wir singen dieses Werk als spannenden Kontrast zur Tangomesse von Martín Palmeri in den Sommerkonzerten 2026, nämlich am 20. und 21.06.2026.

Und zwar aus der Chorpartitur von Carus Nr. 36.013/05.
Ein kompletter Klavierauszug ist hier aufrufbar (67 Seiten).

Mehr Infos für Choristen und eine Hörenpfehlung gibt es auf unserer Seite inzwischen hier.





Montag, 13. Oktober 2025

ist ein sympathisches, übersichtliches Ensemble, das sich der a capella Musik verschrieben hat und immer wieder Werke aus dem Hut zaubert, die man kaum oder selten anderweitig hört, aber dennoch zweifellos hörenswert (und natürlich singenswert) sind. Ein "Ohrenschmaus" mit angenehmen Anregungen - lass dich überraschen!

Um den Nikolaustag standen zwei Konzerte an, nämlich

auf dem Programm mit dem Motto "Mystic Night" u.a.:

Marie-Claire Saindon "Le raquetteur", Pärt Uusberg "Talve öö", Leon Tscholl "Stars", ein Werk des Chorleites und Komponisten Moritz Tempel selbst, Katerina Gimon "Bell tower", Tomás Luis de Victoria "O magnum mysterium", Bob Chilcott "Gloria" und Francis Poulenc "O magnum mysterium", aus Quatre motets pour le temps de Noël.

(Foto: Screenshot der Homepage von Concerto Vocale)

"Zuhause" ist das Ensemble übrigens in der Petruskirche in Stuttgart Gablenberg, die akustisch einen sehr guten Klangrahmen bietet (und auch architektonisch interessant in den Gablenberger Hang "hineingebaut" ist). Und auch hier gibt es eine schöne Querverbindung über Albrecht, unseren Bariton, der in beiden Ensembles singt.







Am Samstag, 08.11.2025, 20.00 Uhr gab der Figuralchor der Gedächtniskirche Stuttgart mit der Kammerphilharmonie Mannheim unter der Gesamtleitung von Alexander Burda ebenda

mit den Solisten:

Anne Schneider, Sopran
Anne Greiling, Alt
Stephan Frieß, Tenor
Thomas Scharr, Bass,

in der musiktraditionsreichen Gedächtniskirche.

Konzertkurzkritik:
Das Publikum war begeistert, die Solisten überzeugten mit geradlinigem, engagiertem Vortrag und durchweg außerordentlichen, brillianten Stimmen, die auch im Zusammenspiel miteinander harmonisch und sehr ausgeglichen wirkten, der Chor mit durchsichtigen Klängen, angenehmer Klangfarbe und immenser Dynamik, das Orchester wurde als hochprofessionell empfunden, all das unter souveräner Führung von Alexander Burda. Viele "Gänsehautmomente", großer Applaus.





Freitag, 10. Oktober 2025


Ein Teil des Figuralchors folgte dieser netten Einladung des Konzertchors Rhein-Sieg am Wochenende Samstag, 01.11.2025 und Sonntag 02.11.2025 in die Kölner Region mit dem Schwerpunkt "Duruflé" mit viel Freude - hier bei der Generalprobe vor Ort auf der Orgelempore in St. Aposteln, Köln (Fotos: S.L.):

Und hier am 02.11.2025 in St. Simon und Judas in Hennef:

(Foto: Günther Münch)

Herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme, die Abendstunden nach dem Konzert am Samstag und natürlich dafür, an der Musik in beiden Konzerten mitwirken zu dürfen!
Der Figuralchor freut sich auf die Fortsetzung des gemeinsamen Musizierens in 2026 - in Stuttgart.





Sonntag, 5. Oktober 2025

Ein Highlight "zwischendurch" war die Abendmusik in der Gedächtniskirche am 11.10.2025, 19.00:

Sie begann mit den Mozart-Variationen von Max Reger, in denen er das Thema des ersten Satzes der bekannten Klaviersonate Nr. 11 in A-Dur, KV 331, einen Variationensatz, in ein Orchesterwerk zwischen Spätromantik und Moderne verarbeitete, nun in einer Weiterbearbeitung für Orgel und Klavier von und mit Denis Pisarevskij an der Orgel, und am Klavier gleichermaßen souverän Evgeny Alexeev. Bravi, großer Applaus.


(Evgeny Alexeev und Denis Pisarevskiy)

Hierauf folgte die Cantique de Jean Racine von Gabriel Fauré für vierstimmigen Chor und passend dazu die Cantique für Sopran und Klavier von Paul Vidal für Sopran und Klavier mit der Solistin des Abends, Nora B. Hagen, begleitet von Evgeny Alexeev.

Sie leiteten dann auch mit "Dem Unendlichen" auf Franz Schubert über, worauf der Figuralchor mit Nora als Solistin und Denis am Klavier präzise und fulminant mit Mirjams Siegesgesang das Konzert beschloss.

Ein Abend, den jeder, der dabei war, in bester Erinnerung behalten wird.

Der Eintritt war frei, Spenden erfreuten, herzlichen Dank hierfür an alle Beitragenden, daneben insbesondere an den Förderverein, der die Anschaffung des sich gut einfügenden Flügels ermöglichte, zudem allen ideellen Helfern im Hintergrund und natürlich einmal mehr der Magdalenengemeinde selbst, die diese außerordentlichen Musikdarbietungen als Teil der Kirchenmusik möglich macht!





Freitag, 19. September 2025

Die Magdalenengemeinde Stuttgart hat eine neue Pfarrerin, Sandra Weller-Steinmetz, für die Waldkirche und ihren Mann, Pfarrer Jochen Weller für die Gedächtniskirche. Sie stellen sich hier gemeinsam vor (Link).

Wer die sympathische Familie noch nicht kennt, findet zudem hier beim Schwarzwälder Boten einen Blick ins Familienalbum (zum ganzen Artikel über den Abschied der Familie aus Dietersweiler im Landkreis Freudenstadt geht es hier (Bezahlschranke)).

Dieser Tage fanden die Amtseinsetzungen statt. Letzten Sonntag, den 05.10.2025 freute sich der Figuralchor, zum Gottesdienst zur Investitur von Jochen Weller in der Gedächtniskirche ein wenig beitragen zu können, nämlich drei Choralsätze zu Gemeindeliedern und das Kyrie aus der Messe solennelle von Louis Vierne mit Denis Pisarevskiy an der Orgel, der zudem auch mit einer Bach-Fuge im Orgelnachspiel brillierte.

In seiner Vorstellung ließ Jochen Weller seine Liebe zur und seine Freude an der Musik wissen und spüren, und zwar weit gefächert "von klassisch über Jazz bis hin zum Rock", die offenbar auch die ganze Famlie teilt.

Seine Predigt zu Jesaia 58, Verse 7-12 forderte zusammenfassend dazu auf, nicht nur gefällig zu reflektieren, sondern konkret zur Tat zu schreiten.

Wir freuen uns danach darauf, gemeinsam in unserer Runde im Figuralchor zu singen, Musik zu erarbeiten, zu präsentieren, und dabei einfach beisammen zu sein!

(Pfarrer Jochen Weller, rechts, mit Chorleiter Alexander Burda)

Ihnen und Ihrer Familie Gute Ankunft und viel Erfolg hier in Stuttgart!





Blick hinter den Orgelprospekt, also durch die Orgelpfeifen der ersten Reihe.

Und eine kurze Zusammenfassung der Disposition:

Was dann auf dem Spieltisch etwa so aussieht:

Aus den Auftragsbüchern des Orgelbauunternehmens E.F. Walcker & Cie, Ludwigsburg, die nach der Insolvenz dieses Traditionsunternehmens kurz vor der Jahrtausendwende im Wirtschaftsarchiv des Landes Baden-Württemberg verwahrt werden, ergibt sich, dass insgesamt 2.861 Orgelpfeifen verbaut sind.





Samstag, 6. September 2025

Die Gaechinger Cantorey gab am Samstag, 20.09.2025 um 19.00 Uhr
(Einführung ins Programm vorab um 18.20 Uhr mit Hans-Christoph Rademann und Dr. Mar Alonso)
(hier der Link zum Konzerthinweis der Bachakademie)

Johann Sebastian Bach
Kantate BWV 17 »Wer Dank opfert, der preiset mich«
Kantate BWV 35 »Geist und Seele wird verwirret«
Kantate BWV 164 »Ihr, die ihr euch von Christo nennet«
Kantate BWV 19 »Es erhub sich ein Streit«

Mitwirkende:

Catalina Bertucci, Sopran, Marie Henriette Reinhold, Alt, Daniel Johannsen, Tenor, Matthias Winckhler, Bass, Gaechinger Cantorey, Hans-Christoph Rademann, Dirigent


(Foto: Holger Schneider; mit freundlicher Genehmigung der Internationalen Bachakademie)

Ein beeindruckendes Konzert, bei dem buchstäblich nur 12 Sängerinnen und Sänger, darunter freilich auch die 4 Solisten, den Kirchenraum erfüllten und stets im akustischen Gleichklang mit dem Orchster agierten. Die Einführung gab zudem einen kleinen Führer zu den Besonderheiten und Höhepunkten der vier Kantaten vorab. Hohe Präzision und Verständlichkeit erschienen wie selbstverständlich. Zusammengefasst war der Abend ein mit Worten kaum zu beschreibendes, musikalisches Gesamtkunstwerk.
Standing Ovation, zu Recht.



Verbunden war damit übrigens eine Audioaufnahme, die im Rahmen des Projekts "Vision.Bach" zu den bereits erschienenen Kantaten bei hänssler CLASSIC erscheinen wird; mehr dazu gibt es z.B. hier über diesen Kritiker-Podcast (ca. 19 Minuten) von Bernhard Schrammek auf Radio3 (rbb), und wer sich auch noch zeitgemäß visuell inspirieren lassen will, hat womöglich auch noch Freude an diesem "fetzigen" Drohnen-Trailer:



In der Begrüßung wies Prälat Martin Klumpp kurz, aber prägnant auf die Bedeutung unserer Gedächtniskirche als Ursprungsort der Kantatengottesdienste unter Helmuth Rilling (92) hin (von dem er zudem Grüße ausrichtete), zugleich auf ihre Geschichte und die Bedeutung des "Gedächtnisses" in ihrem Namen, nicht nur, aber auch angesichts der Zerstörung in und ihres Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg.

Kurz: Ein lohnenswerter Abend "zu Hause".





Montag, 28. Juli 2025
(Foto: Timo Kabel)




[Im Rahmen des Gottesdienstes zur Investitur des neuen Pfarrers der Gedächtniskirche, Jochen Weller
Sonntag, 5. Oktober 2025, 09.30 Uhr, Gedächtniskirche Stuttgart (noch nicht final)

[Konzert zur Einweihung des Emporenflügels (im Rahmen der Abendmusiken der Magdalenengemeinde)
Samstag, 11. Oktober 2025, 19.00 Uhr, Gedächtniskirche Stuttgart

[Gemeinschaftskonzert mit dem Konzertchor Rhein-Sieg
Samstag, 1. November 2025, 18.00 Uhr, Köln, Baslika St. Aposteln und
Sonntag, 2. November 2025, Hennef, St. Simon und Judas (Beginn voraussichtlich 17.00 Uhr)

[Herbstkonzert des Figuralchors mit der Kammerphilharmonie Mannheim
Samstag, 8. November 2025, 20 Uhr, Gedächtniskirche Stuttgart

[Gottesdienstmusik zum 1. Advent in der Gedächtniskirche
Sonntag, 30. November 2025, 09.30 Uhr
Johann Sebastian Bach, Kantate Nr.62 "Nun komm, der Heiden Heiland"]

Christvesper in der Gedächtniskirche
Mittwoch, 24. Dezember 2025, 17.30 Uhr
Camille Saint-Saens, Weihnachtsoratorium (Auszug).





etwa: "Du bist vollkommen schön, Maria", "... ist ein altes christliches Gebet, das seit dem vierten Jahrhundert nachgewiesen ist. Es ist aus Versen des Alten Testamentes zusammengesetzt, die auf Maria bzw. ihre unbefleckte Empfängnis gedeutet werden..."
(Das und mehr dazu, einschließlich Übersetzungsvorschlag bei Wikipedia.de)
.

Gleich zwei Vertonungen stehen derzeit bei uns an:





Donnerstag, 17. Juli 2025

Vorab zur Kurzinfo über das Stück via Wikipedia.

---

Zum Hören, Mitsingen oder Üben, empfehle ich diese Aufnahme:

Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Kammerchor Stuttgart unter Frieder Bernius mit den Solisten Ruth Ziesak, Helene Schneiderman, Christoph Pregardian, Gotthold Schwarz (und Jan Kobow und Adolph Seidel im Quintett).

I. Coro "Wie der Hirsch schreit"

II. Aria (S) "Meine Seele dürstet nach dir"

III. Recitativo (S) "Meine Tränen sind meine Speise" und S mit Coro "Denn ich wollte gern hingehen"

IV. Coro "Was betrübst du dich, meine Seele"

V. Recitativo (S) "Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir"

VI Quintetto (Solo STTBB): "Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte"

VII. Schlusschor: "Was betrübtst du dich, meine Seele"

Wir singen aus der Carus-Ausgabe 40.072/03 (im aktuellen Druck dunkelblaues Deckblatt).

Für dieses Werk hat Carus übrigens ein Set Übungsdateien eingespielt.
Und für "Digitalsänger" gibt es hier eine recht ordentliche Digitalpartitur via imslp.





Ich muss offen zugeben: Als ich Alex zum ersten Mal von "Melismen" reden hörte, war das für mich reines "Fachchinesisch", das auf der Liste der nachzuschlagenden Begrifflichkeiten landete.

Aus dem Zusammenhang ließ sich freilich schon erahnen, was dahinter steckte und immer wieder angestrebt wird, nämlich seine Idee von Klang und Qualität der Tongebung:
Auch bei übergebundenen Silben oder Vokalen soll der Klang der Stimme nicht auf jedem neuen Ton neu aufgebaut werden, sondern quasi wie unter einem langen Bindebogen kontinuierlich gestützt dahingleiten. Umgekehrt werden damit Akzente, die den musikalischen Gedanken unterbrechen könnten, auf den einzelnen Noten vermieden, im Extremfall von Koloraturen natürlich erst recht das berühmt-berüchtigte "Hecheln" von Passagen.





Ein produktives Arbeitswochenende in 5 großen Sessions mit 47 Sängerinnen und Sängern liegt hinter uns:

  • Louis Spohr: Die letzten Dinge
  • Felix Mendelssohn: Der 42. Psalm ("Wie der Hirsch schreit...")

  • Franz Schubert: Mirjams Siegesgesang
  • Gabriel Fauré: Cantique de Jean Racine

  • Maurice Duruflé: Quatre Motets
  • Anton Bruckner: Tota pulchra es (1878)

und dazu ein Blick in

  • Johann Sebastian Bach: Motette "Der Geist hilf unser Schwachheit auf", BWV 226

Gute Gelegenheit, sich untereinander besser kennen zu lernen, diesmal im (zufälligen) Rahmenprogramm: der Uracher Schäferlauf.


(Foto: A.E.)

Diesmal im Stift Urach, nächstes Mal in Kloster Schöntal...





Die Gedächtniskirche in Stuttgart ist ein akustisches Kleinod. Denn der Klang ist in diesem Raum außerordentlich gut: Glasklar und dennoch nicht matt, nie "verwaschen" und niemals "verhallt"; hier bietet ein mittelgroßer, konzertanter Raum akustisch hervorragende Klangerlebnisse.

Mein erstes Konzert in dieser Kirche war deshalb eine kleine Offenbarung: Tags zuvor hatten wir noch im Straßbourger Münster gesungen. Dort verloren sich Gesang und Orchesterstimmen im Raum, wo der Schall erst nach gefühlter Ewigkeit mehrerer Sekunden reflektiert wurde und sich so fast durchgehend der Sound mehrerer Sekunden überlagerte - klangtechnisch ein absolutes Kontrastprogramm...

Ich spekulierte damals, dass der junge Kantor Helmuth Rilling womöglich deshalb gerade diese Kirche für den Start seiner sukzessive verwirklichten, großen musikalischen Pläne gewählt haben könnte. Auf der Suche nach Informationen zur alten wie neuen Kirche gibt es hierauf durchaus Hinweise:

Die Kirche war ursprünglich 1896-1899 erbaut worden (als Stiftung des Chemikers Julius von Jobst) und im 2. Weltkrieg 1943 bei einem Luftangriff weitgehend zerstört worden (Fotos hierzu, darunter das Nachfolgende). Clarissa Soder, unsere Mesnerin, hat hierzu eine eigene Fotodokumentation in der Eingangshalle der Kirche ausgestellt.

(Foto: Archiv des Landesamts für Denkmalpflege Esslingen (Bildausschnitt) - Blick vom Gemeindehaus in der Seidenstraße nach oben)

Bis 1957 wurde sie in neuem Gewand wieder aufgebaut, nur der alte, beschädigte Turm blieb zum Gedenken stehen und wurde neu ummantelt (die Spitze sieht man heute noch herausragen), der Platz des alten Kirchenschiffs wurde angehoben und zum Vorplatz der neuen Kirche, das neue Schiff vom Turm aus nicht mehr nach Westen, sondern neu nach Norden ausgerichtet.

(links: Postkarte Verlag L. Schaller 1899; beide Fotos sind in etwa gleicher Himmelsrichtung ausgerichtet)

Der Bau startete 1954 mit einem Architektenwettbewerb, die tatsächlichen Bauarbeiten im Frühjahr 1956, Die Details des Innenausbaus wurden allerdings erst Mitte 1957 festgelegt. Helmuth Rilling, der zum 1. September 1957, gerade 24-jährig, zum neuen Kantor bestellt wurde - und noch in diesem Jahr den Figuralchor an der Gedächtniskirche Stuttgart ins Leben rief - war dabei bereits maßgeblich an der Konzeption der Orgel beteiligt.

Es gibt aber noch weitere, unauffälligere Details:

Dr. Norbert Bongartz, zuletzt Oberkonservator, also Denkmalpfleger im Landesdenkmalamt und später im Regierunspräsidium, berichtet in seiner Beschreibung über den Neubau etwa, dass die "Rückwand" bewusst als Backsteinfassade belassen und nicht verputzt wurde, und zwar nicht wegen architektonischer Ästhetik, sondern, um den Schall aus dem nördlichen Kirchenschiff (mit dem Altarraum) weniger stark zurückzuwerfen.

Auch die (nur) leicht gebrochene Raumsymmetrie soll der Akustik förderlich sein.

Hier entstanden jedenfalls über die Jahre zahlreiche Tonträger- und Rundfunkaufnahmen, beginnend mit Orgeleinspielungen durch Helmuth Rilling selbst und sukzessive über 15 Jahre hinweg auch eines Großteils der Bach-Kantaten. Und auch derzeit wird die Kirche wieder von der Internationalen Bachakademie Stuttgart bzw. ihrem Vokalensemble, der Gaechinger Cantorey, für Aufnahmen von Bach-Kantaten genutzt - hier geht's zum ausführlichen Bericht hierüber.

Es lohnt sich allein von daher, die Gedächtniskirche musikalisch zu besuchen.

Und vielleicht macht auch dieser detaillierte Kirchenführer über die Gedächtniskirche Stuttgart, zusammengestellt aus einer Vielzahl von Quellen auf einer Seite von Andreas Keller, oder der kleine Vortrag von Dr. Norbert Bongartz zum Festgottestdienst anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Wiederaufbaus der Kirche "Was mir an der Gedächtniskirche gefällt" Appetit auf einen Besuch?





Was ist der Unterschied zwischen einem Chor und einem Klavier?

Nach der a-capella-Passage etwa ein halber Ton...





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