Figuralchor

Musik und mehr... - immer gerne mit dem Figuralchor der Gedächtniskirche in Stuttgart

Rhythmusverschiebungen sind bisweilen anregende musikalische Stilmittel. Eine typische, feinsinnige (und gerade auch wieder in Bachs Adventskantate BWV 62 in die Chorpartien des Eingangschors eingeflochten) ist die "Hemiole".

Gut und unterhaltsam erklärt wird sie hier:





Ich muss offen zugeben: Als ich Alex zum ersten Mal von "Melismen" reden hörte, war das für mich reines "Fachchinesisch", das auf der Liste der nachzuschlagenden Begrifflichkeiten landete.

Aus dem Zusammenhang ließ sich freilich schon erahnen, was dahinter steckte und immer wieder angestrebt wird, nämlich seine Idee von Klang und Qualität der Tongebung:
Auch bei übergebundenen Silben oder Vokalen soll der Klang der Stimme nicht auf jedem neuen Ton neu aufgebaut werden, sondern quasi wie unter einem langen Bindebogen kontinuierlich gestützt dahingleiten. Umgekehrt werden damit Akzente, die den musikalischen Gedanken unterbrechen könnten, auf den einzelnen Noten vermieden, im Extremfall von Koloraturen natürlich erst recht das berühmt-berüchtigte "Hecheln" von Passagen.